The Listener
Ölporträt über die Kraft des Zuhörens
The Listener (2025) ist ein Ölbild (100 × 60 cm), das Stille als Handlung zeigt. Die geschlossenen Augen, die in die Hand gestützte Schläfe und die blockhaft gesetzten Farbfelder formen ein Portrait der Konzentration. Warmes Ocker, Umbra und gebrochene Graublau-Töne verdichten sich zu einem Hell-Dunkel (Chiaroscuro), das Nähe ohne Pathos schafft. The Listener thematisiert Liminalität (Schwellenzustand): den Moment, in dem Wahrnehmen in Verstehen kippt. Kein esoterisches Raunen, sondern ein präziser Akt der Aufmerksamkeit – in einer lauten Gegenwart eine Form leiser Gegenwehr.
The Listener: Malerei, Material, Haltung
Die Oberfläche ist schichtweise aufgebaut; Kanten bleiben „lost and found“, Pinselzüge bleiben sichtbar (Haptilität = spürbare Materialität). Ein kragenartiges Band und ein kopfschmuckartiges Element rahmen das Gesicht, ohne es ethnografisch festzuschreiben. Die Komposition balanciert Figur und abstrahierte Felder: links helles, atmendes Negativ, rechts verdichtet sich das Dunkel. The Listener bleibt figurativ, aber modernistisch gebrochen – eine Einladung zum „Close Looking“ (genauen Sehen), bei der Betrachtende selbst zu Mit-Zuhörenden werden.
The Listener im Kontext zeitgenössischer Porträtmalerei
Das Werk verhandelt Zuhören als kulturelle Kompetenz: Aufmerksamkeit als Ressource, Empathie als Praxis. The Listener passt in Diskurse um Care, Rest und Embodiment, ohne zum Schlagwort zu verkommen. Es ist sammlungsfähig (Format, Technik, archivalische Stabilität) und zugleich ein Statement: Wer zuhört, übt Macht – nicht als Dominanz, sondern als Resonanz.
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